ERASMUS+ Projekt am Komenský-Realgymnasium im Schuljahr 2018/19

Erasmus+ ist ein Programm der europäischen Union, an dem die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie mittlerweile auch einige Nichtmitgliedsstaaten teilnehmen. Dieses Programm bietet Pädagogen und Pädagoginnen sowie Schulleiter/innen die Möglichkeit, strukturierte Aus- und Weiterbildungen im Ausland zu besuchen. Dafür wird diesen ein Teil der Reise- und Aufenthaltskosten sowie der Kursgebühren ersetzt. Um entsprechende Unterstützungen zu erhalten, muss das geplante Projekt in Form einer umfangreichen schriftlichen Bewerbung beim OeAD (Österreichischer Austauschdienst) eingereicht werden: An unserer Schule fanden sich im Schuljahr 2017/18 Mag. Eva Zojer, Mag. Julia Kotrbeletz und Mgr. Yvona Friedlová zusammen, um gemeinsam um die Durchführung eines Projekts mit dem Projekttitel "Verbesserung der methodologischen Kompetenzen im bilingualen Sprachunterricht und Professionalisierung im Bereich der konstruktiven Problemlösung inner- und außerhalb des Klassenraums." anzusuchen. Das Projekt wurde gemeinschaftlich entworfen und mit äußerst positiver Bewertung bewilligt. Die Fortbildungen der Teilnehmerinnen fanden in den Sommerferien 2018 statt: Frau Mgr. Friedlová besuchte den Kurs Intensiv Deutschkurs und CLIL für Lehrer am Carl Duisberg Training Center in Berlin, Mag. Julia Kotrbeletz nahm an der Letní škola slovanských studií an der Karlsuniversität in Prag teil und Mag. Eva Zojer besuchte den Kurs Developing Problem Solving and Critical Thinking Skills in the classroom an der Universität Oxford.

Přípravná fáze výše zmíněného projektu a jeho realizace o letních prázdninách 2018

Ve školním roce 2017/18 proběhly intenzivní přípravy velice důkladně a profesionálně naplánovaného projektu v rámci Erasmus+; paní profesorky Friedlová, Kotrbeletz a Zojer se pravidelně scházely ve školní knihovně či v družině a řešily pracovní a osobní přínos vybraných kurzů a také různé aspekty celé žádosti.

Při sepisování žádosti a vypisování neuvěřitelného množství formulářů jim byla velice nápomocná paní profesorka Tichá, která má s programem zahraniční mobility mnoho zkušeností. Tímto by jí chtěly všechny účastnice poděkovat za cenné rady a ochotu, s jakou vždy ,,erasmačkám" pomáhala.

O letních prázdninách 2018 pak tyto tři profesorky absolvovaly výše zmíněné kurzy, o kterých pak krátce referovaly na zahajovací konferenci v září a pedagogické konferenci v listopadu. Evaluace celého pobytu ve třech různých zemích proběhla v pátek 9. 11. 2018 v odpoledních hodinách a pro zájemce a zájemkyně o tento studijní program Evropské unie připravily všechny účastnice v pondělí 12. 11. 2018 odpoledne zajímavé a velice informativní prezentace, po kterých následovaly živé diskuze o zahraniční mobilitě Erasmus plus. Na setkání

nepřišli jen kolegové a kolegyně z WMS a RG, ale zavítala k nám i jedna zástupkyně z VS Sebastianplatz, která zde bude o této možnosti sebevzdělávání a zvyšování kompetencí dále referovat.

Bližší informace o tomto projektu a také více fotek naleznete na webových stránkách naší školy a všechny příspěvky se také objeví na společném blogu.


Eva goes to Oxford

Entstehung, Planung, Finanzierung

Dank des Förderprogramms ErasmusPlus für Schulen, konnte ich von 5.8. - 18.8. 2018 in Oxford studieren. Dort absolvierte ich einen Sprachkurs für Lehrer und Lehrerinnen sowie den Kurs ,,Problem Solving & Critical Thinking".

Unterkunft

Das Oxford International Study Centre bietet drei verschiedene Möglichkeiten der Unterkunft an - man kann bei einer Gastfamilie, in einem Studentenwohnheim oder direkt am Campus einer Universität wohnen, wobei jede Art der Unterkunft selbstverständlich ihre Vor- und Nachteile hat. Ich entscheide mich für eine Unterkunft direkt in Lady Margaret Hall, wo ab 1878 auch Frauen wohnen und studieren konnten. Im dortigen Campusgarten kann ich bei schönem Wetter am Abend noch alle Unterlagen in Ruhe durchlesen und zusammenfassen, was mir sehr zugute kommt.

English for Teachers

Am Vormittag findet der Sprachkurs für Lehrer und Lehrerinnen aus ganz Europa statt - in meinem Fall sind es nur Lehrerinnen mit unterschiedlichen Fächerkombinationen aus Spanien, Polen, Österreich, Litauen und Tschechien. In den sehr offenen Pausendiskussionen thematisieren wir aktuelle Probleme im Bildungsbereich, die neuen Schulreformen und andere Freuden und Sorgen von Lehrerinnen und Lehrern. Im Unterricht werden diverse Themen wie British Culture, British Food, Kreativität, Globalisierung, Konsumgesellschaft, Jugend und Social Media, Umweltverschmutzung, Bildung usw. besprochen und lebhaft diskutiert. Dabei erfahren wir viel Interessantes voneinander und vor allem von unserem sehr sympathischen und witzigen Lehrer George.

Problem Solving and Critical Thinking mit Oliver Lindon

Am Nachmittag findet mein Kurs statt, wo ich mich im Rahmen von Einzelunterricht auf diverse Problemlösungsstrategien und Schüler-Lehrergespräche sowie Lehrer-Elterngespräche fokussieren kann; im Mittelpunkt unserer Besprechungen mit Oliver Lindon stehen lösungsorientierte Wege und Kommunikationsstrategien im Schulalltag. Des Weiteren beschäftigen wir uns auch sehr ausführlich mit anderen Themen (Management, Schulprofil, Leitbild, Visionen und ihre Funktion, Gedächtnis, Feedback, Schlaf, Persönlichkeitsentwicklung, Mobbing usw.).

Yvona Friedlová in Berlin

Im Rahmen unseres ErasmusPlus-Projektes durfte ich im Sommer 2018 von 16.-27. Juli den Kurs Intensiv Deutschkurs und CLIL für Lehrer in Berlin besuchen.

Unterkunft

Das Institut Carl Duisberg bot verschiedene Möglichkeiten der Unterkunft an: Man konnte bei einer Gastfamilie, im City-Hostel Berlin oder in einem beliebigen Hotel wohnen. Ich habe mich für ein Hotel in der Nähe des Institutes entschieden, damit ich in Ruhe alle Eindrücke des jeweiligen Tages verarbeiten konnte.

Intensivdeutschkurs für Lehrer

Gleich in der Früh am Montag trafen alle Kursteilnehmer/innen im Centrum Carl Duisberg zusammen, wo diese auf Grundlage eines Gespräches mit den Trainern in verschiedene Gruppen aufgeteilt worden sind: Ich wurde der Gruppe C1 zugeteilt. Die Klassenräume waren nach Berliner Bezirken benannt, was ich für unsere bessere Orientierung nicht nur am Institut, sondern auch in der Stadt Berlin sehr gut fand. In meiner Klasse "Kreuzberg" befanden sich Lehrer/innen aus Bulgarien, Italien, Polen, Spanien, Tschechien und Ungarn. Unser Stundenplan beinhaltete jeden Werktag Unterrichtseinheiten am Vormittag und einige Male pro Woche auch am Nachmittag. Wir hatten sehr kompetente Trainer, die sehr angenehm und freundlich im Umgang mit uns waren. Der Unterricht wurde sehr abwechslungsreich, handlungsorientiert und praxisnahe konzipiert: Wir haben die Ausstellung "Die Entwicklung der deutschen Musik" besucht und danach mussten wir in einer Partnerarbeit eine Unterrichtsstunde über einen Aspekt dieser Ausstellung vorbereiten und präsentieren. Ein anderes Mal bereiteten wir einen gemeinsamen Spaziergang rund um unser Institut vor: In Kleingruppen recherchierten wir Informationen zur verschiedenen Plätzen und Straßen in der Nähe der Schule und danach präsentierten wir diese. In einer anderen Unterrichtsstunde beschäftigten wir uns mit der Teilung Deutschlands, dazu sahen wir uns einen kurzen Film an, wir diskutierten und arbeiteten mit Hör- und Lesetexten. Wir stellten uns gegenseitig die Schulsysteme unserer Länder vor. An einigen Nachmittagen beschäftigten wir uns ausführlich mit der Gestaltung einer eigenen Unterrichtsstunde und jeder von uns präsentierte diese anschließend vor der gesamten Gruppe. In den Pausen diskutierten wir miteinander über verschiedene Themen, die das Leben eines Lehrers so mit sich bringen. Dieser Kurs hat viel Spaß gemacht.

Freizeitaktivitäten

Fast jeden Tag bot das Institut verschiedene Freizeitaktivitäten an. Wenn ich keinen Nachmittagsunterricht hatte, konnte ich an diesen teilnehmen. Ein Tagesausflug nach Potsdam am Samstag wurde von einem sehr kompetenten Reiseführer begleitet. Ich habe viele Museen, Ausstellungen, Sehenswürdigkeiten, ein Konzert und ein Musical besucht. In Berlin kann man jeden Tag etwas Neues entdecken. Ich besuchte auch ein paar Seen in Berlin, die super zum Seele baumeln lassen geeignet sind. In der Nähe des Institutes befindet sich auch das große Kaufhaus Dussmann, wo man fast jeden Tag bis Mitternacht ungestört in verschiedenen Büchern schmökern kann.

Persönliche Begegnungen

Bei einem Jazzkonzert lernte ich eine ältere Dame kennen, die aus Hamburg stammte. Wir setzten uns zusammen auf ein Glas Wein und unterhielten uns über das Konzert und unser Leben. Es war eine sehr nette Begegnung. Ich empfand alle Leute, denen ich begegnet bin, als sehr freundlich, hilfsbereit und nett.

Multikultigesellschaft in Berlin

Die Stadt Berlin ist der Einwohnerzahl nach die größte Stadt Deutschlands. Jeder Vierte hier ist ein Ausländer. Nicht alle sind aus Not gekommen, Berlin als Metropole zieht auch viele kreative Leute aus der ganzen Welt an. Ich finde, dass die Berliner sehr hilfsbereit und rücksichtsvoll zueinander sind. Ich habe mich in dieser Stadt sehr wohl gefühlt.


Julia Kotrbeletz in Prag

Im Rahmen unseres ErasmusPlus-Projektes hatte ich die Möglichkeit, an der Letní škola slovanských studií (LŠSS), die heuer von 27.7.2018 - 24.8.2018 von der Karlsuniversität in Prag ausgerichtet wurde, teilzunehmen. Einen besonderen Reiz der LŠSS macht für mich das internationale Flair aus: Heuer kamen die 131 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 36 verschiedenen Ländern. Der Unterricht fand in den altehrwürdigen Räumlichkeiten des Karolinums statt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der LŠSS waren im Kolej Kajetánka (Prag 6, Břevnov) untergebracht.

Am 28.7.2018 fand die feierliche Eröffnung der Sommerschule in der Großen Aula des Karolinums statt. Es spielte das Streicherquartett Stamicovo kvarteto verschiedene Werke Smetanas, was dem Anlass einen sehr feierlichen Rahmen verlieh. Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie fand der Einstufungstest statt. Ich wurde in den Sprachkurs IVb eingestuft, der am weitesten fortgeschrittenen Gruppe, welche von doc. PhDr. Milan Hrdlička, Csc. und PhDr. Ana Adamovičová unterrichtet wurde. Meine Kolleginnen und Kollegen kamen aus Deutschland (1), Polen (2), der Slowakei (2), Ungarn (1), Dänemark (1), der Ukraine (2) und China (1). Es gab kleine Hausaufgaben und jeder hatte im Laufe des Kurses zwei Referate zu halten. Besonders kam mir zugute, dass ich meinen Wortschatz erweitern und viel über die Herkunftsländer meiner Kolleginnen und Kollegen erfahren konnte.

Im Anschluss an den Sprachkurs besuchten wir Wahlseminare. Zur Auswahl standen: Grammatikalisch-lexikalisches Seminar, Literarisches Seminar und Landeskundeseminar. Ich wählte letzteres und meine Dozentin war Mgr. Kateřina Romaševská.

Nach den Wahlseminaren standen dann jeden zweiten Tag noch Vorlesungen zu verschiedenen Themen am Programm: Předložky v současné češtině, Fonetika češtiny pro cizince, O jazyce současné české žurnalistiky, Vnitrostátní bezpečnostní složky meziválečného Československa, Svatováclavská tradice, Vývoj českého jazyka v letech 1918-2018, Moderní český folklor, Česká kina včera a dnes, Moderní ženy první republiky etc.

Nach den jeweiligen Vorlesungen folgte eine Mittagspause und im Anschluss daran wurden gemeinsame Ausstellungsbesuche sowie Workshops angeboten: Übungen zur Verwendung des tschechischen Korpus (https://www.korpus.cz/), Spaziergänge auf den Spuren von literarischen Schauplätzen und architektonisch interessanten Bauwerken, Besuch der Ausstellungen Koudelka - návraty und Doteky státnosti, Besuch der audiovisuellen Installation Má vlast im Rudolfinum und der Gedenkstätte Vítkov. Die Gedenkveranstaltung zum Jahr 1968 auf dem Wenzelsplatz besuchte ich ebenfalls und traf überraschenderweise auf Zdeněk Svěrák. Die Ausflüge an den Wochenenden führten uns nach Sezimovo Ústí (Beneš-Villa) und Tábor, Mělník und hora Říp, Kutná Hora, Dobříš und Čapkova Strž, Karlova Koruna und Hradec Králové sowie Mladá Boleslav (Škodamuseum) und Český ráj. Private Ausflüge unternahm ich nach Liberec und zu den tschechischen Grand Canyons (Velká Amerika, Malá Amerika, Mexiko).

Das Niveau der Kurse war insgesamt fachlich und didaktisch gesehen sehr hoch, auch deshalb, weil die Prager Bohemistik auf den Unterricht des Tschechischen als Fremdsprache spezialisiert ist. Viele der verwendeten Lehrbücher wurden

von den Dozentinnen und Dozenten selbst verfasst, insoferne konnte ich in den Kursen nicht nur meine Tschechischkenntnisse verbessern und viele Materialien für meinen eigenen Unterricht sammeln, sondern sogleich deren didaktische Umsetzung in der Praxis beobachten.

Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die abendlichen Führungen durch verschiedene Prager Stadtviertel, welche von der Historikerin Mgr. Jana Dolenská geleitet wurden. An den Filmabenden schauten wir Hoří, má panenko, Musíme se dohodnout und Rozmarné leto. Dozent PhDr. Jiří Pešička bot Singabende an, an denen wir tschechische Volkslieder kennen lernten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der LŠSS wurden von der Stiftung Nadání Josefa, Marie a Zdenky Hlávkových auf das Schloss Lužany eingeladen, wo uns eine Schlossführung, ein mittelalterliches Konzert der Gruppe Musica Bohemica in der Schlosskapelle, eine Gartenparty sowie ein Kennenlernen mit der Schriftstellerin Lenka Procházková erwarteten.

Im August 2018 fand parallel zur LŠSS auch das mehrtägige IX. mezinárodní sympozium o češtině jako cizím jazyku statt. Ein Themenblock war dem Unterricht der tschechischen Areal- und Kulturkunde gewidmet. Besonders interessant war für mich das Projekt ABCzech (Abeceda českých reálií), das im Rahmen des Symposiums vorgestellt wurde. Es handelt sich hierbei um eine Online-Enzyklopädie mit den 2000 wichtigsten Schlagwörtern zur tschechischen Landeskunde, die gegen Ende des Jahres fertig werden soll.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der LŠSS wurden auch Einzelkonsultationen mit Phonetikerinnen und Phonetikern der Karlsuniversität angeboten: Ich wurde auf einige Aussprachefehler hingewiesen und bekam wertvolle Tipps, wie ich diese beheben kann.

Am 23. August 2018 hieß es für mich Abschied nehmen - von den Dozentinnen und Dozenten, von den Kolleginnen und Kollegen und von Prag. Ich habe viele interessante Lebensgeschichten gehört, die die Menschen zur tschechischen Sprache gebracht haben. Die vielen Gespräche und den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen möchte ich nicht missen. Es entstehen Freundschaften und man bleibt miteinander auch nach der LŠSS in Kontakt. Am 24. August reiste ich mit ausschließlich positiven Eindrücken im Gepäck zurück nach Wien.